GENO GRÜNDEN

ALLGEMEINES ZUR GRÜNDUNG

Eine Genossenschaft zu gründen ist einfacher als man denkt. Dazu braucht es:

  • Eine Satzung
  • Mindestens 2 GenossenschafterInnen
  • Ggfs. eine/n gewerberechtlichen GeschäftsführerIn
  • Aufnahme in den Rückenwind Revisionsverband

Für den Start genügen zwei Mitglieder. In der Gründungsversammlung wird unter anderem eine Satzung beschlossen, die ins Firmenbuch eingetragen wird. Dort wird auch der Firmenname vermerkt, der den Zusatz „eingetragene Genossenschaft“ (kurz: e.Gen. oder auch eG) bekommt. Es ist von Rechts wegen kein Mindestkapital erforderlich. Der Mittelbedarf richtet sich allein nach den Erfordernissen der Genossenschaft.


In der Satzung legt man fest, wie hoch der Nennwert eines Geschäftsanteils ist und wie viele Anteile die Mitglieder zeichnen müssen oder dürfen. Auch die Haftung wird in der Satzung festgelegt. Mitglieder haften mindestens mit der einfachen Höhe ihres Geschäftsanteils.


Die wichtigen Entscheidungen in der Genossenschaft fallen basisdemokratisch in der Generalversammlung, in der alle Mitglieder stimmberechtigt sind – meist mit einer Stimme pro Kopf. Die Generalversammlung wählt in der Regel auch den Vorstand, der haupt- oder ehrenamtlich die Geschäfte führt.


Ab einer Größe von 40 Mitarbeitern ist zusätzlich ein Aufsichtsrat verpflichtend. Die meisten anderen Bereiche können in der Satzung frei geregelt werden. Der Eintritt eines neuen Mitgliedes erfolgt durch Antrag, den der Vorstand (gegebenenfalls auch der Aufsichtsrat) genehmigen muss. Für den Austritt reicht eine schriftliche Kündigung. Die Genossenschaft ist eine „juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit“, eine Rechtsform für Firmen mit Firmenbucheintrag und Köst-Pflicht.

VORTEILE

Eine Genossenschaft hat eine Vielzahl an Vorteilen gegenüber anderen Rechtsformen:

  • Offene flexibel ausgestaltbare Rechtsform
  • Satzungsautonomie
  • Demokratisches Führungsprinzip / Kopfstimmrecht
  • Steuerliche Vorteile (keine Gesellschaftssteuer, keine Mindest-KöSt)
  • Kein Mindestkapital
  • Einfacher Ein- und Austritt von Mitgliedern
  • Einfache Übertragbarkeit des Geschäftsanteils
  • Einfache Kapitalzuführung
  • kein Notariatsakt

9 Schritte zur

Genossenschaft

Um euch den Start einer Genossenschaft so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir den Prozess in 9 einfach verständliche Schritte runtergebrochen.


Als erstes bitten wir euch, unseren Fragebogen www.rueckenwind.coop/geno-fragebogen auszufüllen. Falls es zeitlich passt, besucht ein GenogustO oder einen Einführungsworkshop. Solche Angebote gibt es mehrmals im Jahr (siehe "Veranstaltungen"). Aufgrund eures Fragebogens können wir uns ein erstes Bild machen, geben euch Feedback und schicken euch Mustersatzungen und ein Excel-Sheet für eine Planbilanz (beides könnt ihr als Mitglieder von vornherein hier im Werkzeugkoffer herunterladen).
Der Wirtschaftsplan soll vor allem für euch ein Mengengerüst sein und euch helfen euer Geschäftsmodell besser zu verstehen. Gerne könnt ihr in dieser Phase auch Telefonsupport anfordern. Als Revisionsverband sind wir gesetzlich verpflichtet eineWirtschaftlichkeitsprognose zu erstellen. Daher checken wir euren Businessplan auf Verständlichkeit, Vollständigkeit und Plausibilität.
Die Satzung ist eure Unternehmensverfassung. Macht euch vor allem Gedanken über den Förderauftrag der Genossenschaft, wer GenossenschafterInnen sein sollen, die Höhe des Geschäftsanteils, Stimmrecht in der Generalversammlung, Anzahl der Vorstandsmitglieder und eventuelle Aufsichtsräte. Die Mustersatzungen sollen euch dabei unterstützen. Gerne könnt ihr selbst versuchen daraus eure Satzung zu erarbeiten. Listet die Fragen auf, die für euch offenbleiben, lasst Abschnitte frei, die ihr mit uns noch diskutieren wollt. Wir treffen uns jedenfalls und arbeiten eure Satzung und euren Wirtschaftsplan noch einmal mit euch durch. Wenn alles glatt verläuft, ist damit der Großteil der inhaltlichen Arbeit erledigt.
Um im Firmenbuch eingetragen zu werden, ist eine Aufnahmezusicherung des Revisionsverbands erforderlich. Das ist die Erklärung, die Genossenschaft nach deren Eintragung als Mitglied aufzunehmen und die Revision zu übernehmen. Aufgrund der Arbeit mit euch schreiben die VertreterInnen unseres Verbandes, die sich mit euch getroffen haben, eine Stellungnahme für unseren Vorstand, der auf dieser Grundlage darüber beschließt, ob er eure Genossenschaft, sofern sie auf der ihm bekannten Grundlage gegründet wird, in unseren Verband aufnimmt.
Ja, und dann geht es los. Mit der Aufnahmezusicherung macht ihr eure Gründungsversammlung, bei deren Vorbereitung wir euch unterstützen und zu der nach Möglichkeit auch ein Vertreter/eine Vertreterin von uns anreisen wird. Bei dieser Versammlung
  1. beschließt ihr die Gründung eurer Genossenschaft und nehmt eure Satzung an.
  2. wählt ihr den ersten Vorstand und – falls in der Satzung vorgesehen – den ersten Aufsichtsrat.
  3. beschließt ihr den Beitritt zum Revisionsverband Rückenwind und
  4. unterzeichnet als Gründungsmitglieder eurer Genossenschaft eure gerade beschlossene Satzung
  5. und das Protokoll, das – bei guter Vorbereitung – unmittelbar nach der
  6. Versammlung fertig ist, ausgedruckt und unterzeichnet werden kann.
  7. Die laut Satzung mit der Eintragung ins Firmenbuch beauftragten Vorstandsmitglieder unterzeichnen den vorbereiteten Firmenbuchantrag.
Die zur Vertretung nach außen berechtigten Vorstandsmitglieder gehen zum Notar und unterzeichnen vor dem Notar die sogenannte Musterfirmazeichnung, was vom Notar zu beglaubigen ist.
Unser Verband beantragt (idR mittels elektronischen Rechtsverkehrs) beim zuständigen Firmenbuchgericht unter Vorlage eurer Satzung, des Protokolls eurer Gründungsversammlung, der Aufnahmezusicherung unseres Verbandes und der Musterfirmazeichnung eurer Vorstandsmitglieder eure Eintragung ins Firmenbuch.
Nach der Eintragung beschließt unser Vorstand eure endgültige Aufnahme bei Rückenwind.
Noch vor Aufnahme der geschäftlichen Tätigkeit müsst ihr die erforderliche Gewerbeberechtigung einholen und beim Finanzamt einen Antrag auf Erteilung einer Steuer- und UID-Nummer stellen.