Förderungs- und Revisionsverband
gemeinwohlorientierter Genossenschaften.

Was ist ein Revisionsverband?

 

Die Gründung einer Genossenschaft wird in Österreich erst wirksam mit ihrer Eintragung ins Firmenbuch. Diese Eintragung setzt voraus, dass die GenossenschaftsgründerInnen dem Firmenbuchgericht die Aufnahmezusage eines Genossenschafts-Revisionsverbandes vorlegen können. Nur im Ausnahmefall, nämlich dann, wenn ein bestehender Revisionsverband die Aufnahme einer Genossenschaft abgelehnt hat, kann diese bei Gericht beantragen, als verbandsfreie Genossenschaft ins Firmenbuch eingetragen zu werden. Der älteste Revisionsverband ist der Österreichische Genossenschaftsverband (ÖGV, Verband Schulze-Delitzsch), dem neben den Volksbanken auch eine Reihe von Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften angehören. Unter der Marke "Raiffeisen" gibt es einen Revisionsverband auf Bundesebene (österreichischer Raiffeisenverband) sowie Bundesländer-Revisionsverbände. Darüber hinaus gibt es den Revisionsverband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) und den Revisionsverband der österreichischen Konsumgenossenschaften.

 

Die wichtigsten Aufgaben eines Genossenschaftsverbandes sind zum einen die Aufnahme neuer Genossenschaften und zum anderen die Bestellung von RevisorInnen für die alle zwei Jahre durchzuführende Revision seiner Mitgliedsgenossenschaften (bei Genossenschaften mit mehr als 40 MitarbeiterInnen ist die Revision jährlich durchzuführen). Im Rahmen der Revision ist neben der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Genossenschaft insbesondere auch zu prüfen, ob die Genossenschaft ihren "Förderauftrag" erfüllt, d.h. ihren Auftrag erfüllt, "die Wirtschaft und den Erwerb ihrer Mitglieder" zu fördern (§ 1 Genossenschaftsgesetz).

Was ist eine Genossenschaft?

Die Genossenschaft ist eine „juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit“, eine Rechtsform für Firmen mit Firmenbucheintrag und Köst-Pflicht.

Um eine Genossenschaft zu gründen braucht es:

  • Satzung
  • Mindestens 2 Genossenschafter
  • Gewerblichen Geschäftsführer
  • Aufnahme in den Revisionsverband (s.u.)

Es braucht kein Mindestkapital (anders als bei der GmbH), ebensowenig einen Notariatsakt oder Gesellschaftssteuer.

 

Vorteile der Genossenschaft:

  • Offene flexibel ausgestaltbare Rechtsform
  • Satzungsautonomie
  • Demokratisches Führungsprinzip / Kopfstimmrecht (satzungsmäßig gestaltbar)
  • Steuerliche Vorteile (keine Gesellschaftssteuer, keine Mindest-KöSt)
  • Kein Mindestkapital
  • Einfacher Ein- und Austritt von Mitgliedern
  • Einfache Übertragbarkeit des Geschäftsanteils
  • Einfache Kapitalzuführung
  • Zusammenfassend letzte drei Punkte: kein Notariatsakt, keine Firmenbucheintragung

 

Organisationsstruktur